Antifa-Demo in Essen

An diesem Samstag fand in Essen-Freisenbruch eine antifaschistische Demo gegen die zunehmende Präsenz von Neonazis statt.

Am Samstag haben wir, ein Zusammenschluss dreier Essener Antifa-Gruppen, eine Demonstration im Stadtteil Freisenbruch veranstaltet. Es ging uns darum, auf die mittlerweile zum alltäglichen Stadtbild gehörenden Nazi-Schmierereien, Aufkleber, aber auch auf die Pöbeleien und tätliche Angriffe durch ansässige Nazis aufmerksam zu machen.

Insgesamt nahmen knapp 200 Leute an der Demonstration teil, was angesichts zweier gleichzeitig stattfindenden anderen Demonstrationen (Meschede und Stolberg) als Erfolg gewertet werden kann. Unterwegs schlossen sich etliche AnwohnerInnen dem Demozug an. Trotz des fehlenden Lautsprecherwagens, den die Polizei im Voraus als „die Ruhe des Stadtteils störend“ verboten hatte, war die Demo lautstark und öffentlichkeitswirksam. Zu Fest- oder Ingewahrsamnahmen am Rande der Demonstration kam es nicht, lediglich einige Nazis versuchten, durch gezieltes Abfotografieren einzelner Antifaschisten, den Verlauf zu stören, was jedoch schnell unterbunden werden konnte. Ca. 15 Mitglieder der rechtsextremen „Aktionsgruppe Essen“ um Julian Engels und Patrick Friese sammelten sich in einem benachbarten Stadtteil, wurden aber von der Polizei davon abgehalten, zur Demo zu gelangen. Unterdessen stattete die Demonstration zwei der lokalen Nazis, Friese und Heims, einen Besuch ab und informierte die AnwohnerInnen über ihre rechtsextremen Nachbarn.

Während der Demo fielen immer wieder die an jedem Laternenpfahl angebrachten Aufkleber und die auf nahezu jeden Stromkasten geschmierten Parolen, Hakenkreuze und SS-Runen der „AG Essen“ auf. In Essen-Freisenbruch besteht offensichtlich besonderer Handlungsbedarf, gegen rechtsextreme Umtriebe vor zu gehen.

Wir rufen die AnwohnerInnen des Stadtteils dazu auf, die Situation nicht länger so hinzunehmen. Freisenbruch muss wieder ein Stadtteil werden, in dem es MigrantInnen, Punkern, Skatern und allen anderen wieder möglich ist, ohne Angst vor Übergriffen durch Nazis, ohne deren Schmierereien vor Augen, durch die Straßen zu gehen. Dafür war unsere gestrige Demonstration ein erster Schritt. Wir bedanken uns bei allen, die dabei geholfen haben.

Für eine antifaschistische Jugendkultur und Gesellschaft!

http://de.indymedia.org/2008/04/214770.shtml


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